450 Jahre Produktion ununterbrochen am Standort = elementare Erfahrung

1566 begann unsere Historie mit der urkundlichen Genehmigung zur Betreibung eines Hammerwerkes. Seither haben Angehörige des Werkes durch ihre Ideen, ihren Einsatz und ihre Kooperation die Entwicklung des Tempergusses stetig vorangetrieben. Über Jahrhunderte wurde das handwerkliche und fachliche Können perfektioniert, das heute die Grundlage unserer Versiertheit im Umgang mit Gusswerkstoffen bildet.

Der Erfolg der Gegenwart fußt auf den Errungenschaften der Vergangenheit.
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1. November 2015

ES Automobilguss GmbH wird Member der Prevent Gruppe.

2006

Abbruch des 100 m Schornsteines

2002

Umbenennung des Unternehmens von Eisenwerk Schönheiderhammer GmbH in ES Automobilguss GmbH.

2001

Inbetriebnahme des 1. Langzeitkupolofens

1998

Neubau einer leistungsstarken Formstoffaufbereitung

1992

Privatisierung des Unternehmens

1991

Installation eines Mittelfrequenz-Tiegelofens.

1985

Anfänge in der mechanischen Bearbeitung von Tempergussteilen. Herstellung von Halsringen und Flaschenkappen für Druckgasflaschen.

1966

Inbetriebnahme der Pilotanlage "Gießthermische Einheit" zur Herstellung von Kokillentemperguß nach Prof. Dr.-Ing. Karl Stölzel und Prof. Dr.-Ing. habil. Günter Pistol.

1963

Inbetriebnahme 30 kV-Schalthaus

Das Duplex-Schmelzverfahren für die Fertigung von Temperguss wird eingeführt.

1959

Der erste in der DDR entwickelte und gefertigte Netzfrequenz-Tiegelofen mit einem Fassungsvermögen von 800/1000 kg geht für die Werkstoffentwicklung in Betrieb.

1957

Neubau des Schmelzbetriebes und Inbetriebnahme von drei Kaltwindkupolöfen.

1954 – 1956

Einsatz einer Auspack- und Sortiertrommel in der neuen Temperei sowie Unterflurförderband zum Gusstransport zur Fertiggussputzerei und zum Versand.

1953 – 1954

Bau einer neuen Temperei mit Tiefkammeröfen und dazu gehörigem Generator zur Schwachgaserzeugung. Auch die alte und obere Temperei (Querfurthsche Patentglühöfen) wird 1957 auf Schwachgasbeheizung umgebaut. Die veraltete Beheizung mit Braunkohlenbrikett entfällt damit.

1951 – 1952

Aufbau der neuen Formhallen mit betriebseigenen Kräften, auch in freiwilligen Arbeitseinsätzen.

1950

Für den Glühprozess bei der Herstellung von Temperguss wird damals Eisenerz (Roteisenstein), in der Stückgröße 3-12 mm benötigt. Bis 1945 wurde dieses Erz aus dem Siegerland bezogen. Zuerst verbrauchte man die innerhalb der DDR lagernden minimalen Bestände. Danach war Improvisation gefragt. Eine große Halde von mittelalterlichem Eisenerzabbau wird am Rehhübel in Oberwildenthal entdeckt. Über eine primitive Anlage wird das Erz abgebaut, gewaschen und mittels Steinbrecher auf die erforderliche Körnung gebracht.

1947

Die beiden Patenttemperöfen, bei denen das Heben und Absenken der Beschickungswagen mit Pferden über ein Göpelwerk erfolgte, erhalten einen elektromotorischen Antrieb.

1946

Aufnahme der Produktion von Grau- und Temperguss. Gefertigt werden 116 t Grauguss und 270 t Temperguss.

1945

Das Eisenwerk ist völlig veraltet und die Ausrüstungen verschlissen.

Ab Juli wird mit 120 Belegschaftsmitgliedern eine bescheidene Produktion wiederaufgenommen. Aus vorhandenem Material stellt man kleine Öfen her.

1938

Inbetriebnahme des Wasserkraftwerkes „Möckelmühle“
1910

1910

Inbetriebnahme der Hydro-elektrischen Zentrale (440 V Gleichstrom)

Abbildung: Hydro-elektrische Zentrale. Schaltanlage 1926

1908

Offizieller Besuch der Eisenwerke und der Familie von Querfurth durch den Sächsischen König.
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1892

Ein Bericht zur Großindustrie in Sachsen veröffentlicht Daten zur Entwicklung des Schönheider Werkes in den vergangenen Jahren:
- Fabrikation des schmiedbaren und schweißbaren Gusses (ca. 24000 Zentner Jahresproduktion)
- Herstellung von Graugussteilen, eisernen Öfen, Roststäben aus feuerfestem Eisen sowie emaillierter Eisenwaren
- zur Fertigstellung besonderer Erzeugnisse hat das Werk eine Schlosserei, Maschinenwerkstatt, Galvanisierungsanstalt, Verzinnerei und Verzinkerei
- beschäftigt sind 463 Arbeiter und Angestellte
- die „als vorzüglich anerkannten Fabrikate“ werden europaweit exportiert

Abbildung: Eisenhüttenwerk und Bahnstation Schönheiderhammer 1895 und Produktionsprogramm um die Jahrhundertwende

1. Oktober 1875

Eröffnung der Bahnlinie Chemnitz-Aue-Adorf. Die Schönheider Hüttenwerksbesitzer hatten seit mehreren Jahren die Anbindung an die großen Wirtschaftszentren forciert, um eine erhebliche Verringerung der Transportkosten erreichen zu können.

1871

Man bedient sich in den Eisenwerken zweier Kupolöfen zur Erzeugung von Gusswaren zweiter Schmelzung.
Querfurth_Ofen

1870

Gefertigt wird mit vier Tiegelschmelzöfen und sechs Glüh- /Temperöfen, darunter zwei querfurthsche Patentglühöfen.

Beschäftigt sind hier gegen dreißig Arbeiter, die ein Jahresvolumen von etwa 2400 Zentnern schmiedbaren Eisen- und Stahlfassongusses fertigen.

Abbildung: Querfurthscher Patentglühofen nach Ledebur
1866

1866

Man beginnt mit der damals sehr schwierigen Fertigung des schmiedbaren Eisengusses (Temperguss).

Abbildung: In diesem Gebäude wurde 1866 der erste Temperguss hergestellt.

1865

Einrichtung einer Emaillierungsanstalt

2. August 1845

Tod Karl von Querfurths. Seine Nachkommen werden Besitzer der Eisenwerke.

1. Januar 1826

Besitzübernahme durch von Querfurth. Er widmet sich der Eisenhüttenkunde und bemüht sich, das Hammerwerk leistungsfähig zu machen. Die Erzeugnisse erfahren eine wesentliche Verbesserung der Qualität.

1824

Freiwillige Versteigerung. Der Königlich Sächsische Rittmeister der Armee Karl Edler von Querfurth ersteht das Hammerwerk.

1815

Das Hammerwerk gelangt in den Besitz der Dresdner Kaufleute Christian Gottlieb Mauckisch und Christian Gottlob Rosenbaum.

Die Fa. Mauckisch und Rosenbaum fördert das Werk, wird aber im Jahre 1823 zahlungsunfähig.

6. November 1814

Tod Karl Gottlieb Rauhs. Über das Vermögen des Verstorbenen wird das Konkursverfahren eröffnet.

1789

David Rauh übergibt die Hammerwerke Schönheide und Oberblauenthal seinem Sohn Karl Gottlieb Rauh. Es erfolgen die Vervollkommnung des Hochofenbetriebes, die Erweiterung der Stab- und Zaineisenfrischerei und die Einführung der Herdformerei.

Der Schönheiderhammer war mit Fortentwicklung der alten Arbeitsweise und der damit einhergehenden Ersparnis von Rohstoffen und Arbeitszeit eine bahnbrechende Einrichtung geworden, die den sächsischen Hammerwerken als Vorbild galt.

1764

David Rauh, der Besitzer des Hüttenunternehmens zu Oberblauenthal (Wolfsgrün) erwirbt die Schönheider Hammeranlagen.

1764

Konkurs der Mendeschen Unternehmungen durch die Auswirkungen des Siebenjährigen Krieges. Es erfolgt die Zwangsversteigerung sämtlicher Grundstücke und Gebäude des Hammerwerkes.

1740

Verkauf des Schönheider Hammers an Christian Wilhelm Mende. Nach dessen Tod im Jahr 1761 übernimmt sein Sohn Johann Wilhelm Mende das Anwesen des Hammers und des Uthmannschen Vorwerkes.

1708

Christian Gottlieb Bußius bezieht das hiesige, von ihm gekaufte Hammerwerk.

1698

Friedrich Siegel ist Hammerherr von Unterblauenthal, Schönheide und Rautenkranz. Er stirbt am 18. September 1707.

26. März 1660

Erlass einer Hammerordnung durch Kurfürst Johann Georg II.

27. Februar 1627

Jeremias Siegel petitioniert bei den Landesherren zwecks Veränderung seines „Blechhammers und Zienhauses“ (Errichtung eines Zinnhauses, Anstalt zur Verzinnung von Eisenblech).

4. Oktober 1625

Landesherrliche Genehmigung zur Vergrößerung des Stabhammers und Erbauung eines Blechhammers.

13. Dezember 1616

Abraham Siegel stirbt und dessen Sohn Jeremias Siegel übernimmt das Erbe.

12. Januar 1591

Übernahme der Planitzschen Mühle an der Mulde lehnweise durch Melchior Siegel. Von ihm geht das gesamte Anwesen auf seinen Sohn Abraham Siegel über.

14. November 1587

Der neue Hammerherr beantragt die Genehmigung zum Errichten eines Hochofens. Seinem Gesuch wird am 12.03.1588 kurfürstlicherseits stattgegeben. Dies war einer der ersten Eisenhochöfen in Deutschland.

14. April 1584

Uthmann verkauft an den Eibenstocker Bergbeamten Melchior Siegel. 1585 erwirbt dieser auch den Stabhammer „uff der Schönheide“.

14. Dezember 1576

Kurfürst August verkauft das Vorwerk Schönheide mit allen Bestandteilen an Heinrich Uthmann, den Besitzer von Gut Reuth.

27. März 1569

Blöde verkauft an Christoff Jahnen das von ihm gegründete Hammerwerk sowie die dazugehörende Mahl-und Schneidemühle an der Mulde.
1566

27. Februar 1566

Genehmigung zum Bau eines Eisenhammers auf dem Vorwerk Schönheide von Kurfürst August an Georg Blöde aus Schönheide. Inbetriebnahme noch 1566. Die Gewinnung des Eisens aus den Erzen erfolgt hier unter Nutzung des Verfahrens eines „Zurennwergks“.

Abbildung: Rennfeuer und Schmiedehammer

erstellt von

Gottfried Mayer
Neuheider Str. 21 B
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